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Als ich im März 1998 in einer gut geführten Zoohandlung in Aschaffenburg zwei junge, wildfarbene Katharinasittiche entdeckte, gerieten alle meine guten Vorsätze ins Schwanken. Denn obwohl ich nie mehr einen Papagei in Gefangenschaft halten wollte, konnte ich mich dem Liebreiz dieser kleinen Grünlinge nicht entziehen.

Ich schlief zwei Nächte darüber, dann traf ich alle nötigen Vorkehrungen, beschaffte den größten Käfig, den ich kriegen konnte und Moritz und seine Frau Maxi zogen bei mir ein.

Hier die zwei Kathi-Babys (Maxi links, Moritz rechts). Unterscheiden konnte ich sie zunächst nur an den verschiedenfarbenen Krallen... (etwa 4 Jahre später bekam Moritz gelbe Federn um die Augen... mit seinen gelben "Lidschatten" sieht er heute bezaubernd aus).

              Nanu, wo sind wir denn hier gelandet?


Die beiden kleinen grünen Federknäuel waren einfach faszinierend. Mit wachem Blick interessierten sie sich für ihre neue Umgebung und waren nicht besonders ängstlich. In jeder freien Minute beschäftigte ich mit ihnen, doch ich legte keinen Wert darauf, sie in irgendeiner Weise zu „zähmen".
Ich wollte es ihnen überlassen, ob sie sich mir, der Federlosen, anschließen wollten. Zu keinem Zeitpunkt lockte ich sie mit Hirse, dem Lieblingsleckerli aller Sittiche... dafür redete ich pausenlos mit ihnen (ha ha, vielleicht wäre ihnen die Hirse dann doch lieber gewesen!).

Jede Handlung, wie Futter oder Wasser austauschen, Obst oder Leckerlis anbieten, Duschen usw. unterstrich ich immer mit den gleichen Worten wie: "Hm, guuut, guuut"... oder „Badi Badi"... "braaaaave Vogis"... und anderem Gequassel. Das mag sich für einen Außenstehenden ziemlich albern anhören, doch hatte ich das Gefühl, dass die beiden Kathis sehr schnell begriffen. Meine Worte wurden zu „Ritualen" und das gab ihnen Sicherheit.

Moritz war neugieriger und kecker als Maxi. Wenn ich mit ihnen sprach, zeigte er sich eindeutig "redseliger" und und gab mir Antwort. Er gluckste und schnalzte... für mich war das ein sehr, sehr schönes Gefühl. Maxi war eher zurückhaltend, doch folgte sie ihrem Männe treu und brav auf Schritt und Tritt. Bald verlor auch sie die Scheu vor mir.

Sie schmusten und kuschelten den ganzen Tag, betrieben stundenlang Gefiederpflege und waren nicht zu trennen. Es war wunderbar, ihnen zuzuschauen.

Die beiden waren fantastische Flieger, obwohl man den Kathis nachsagt, dass sie in diesem Punkt eher ungeschickt seien. Maxi und Moritz hatten jedoch jeden Tag mehrere Stunden Freiflug und straften alle Lügen. Bald schon folgten sie mir, wenn ich das Zimmer verließ. Sie wollten in meiner Nähe sein! Ich war glücklich...

Ein Umzug im Mai 1999 machte ihnen keine Probleme. Die Kathis hatten jetzt ihren Platz bei mir im Wohnzimmer und wir lernten uns immer besser kennen. Auch ich genoss es, dass die zwei direkt um mich waren und nicht in einem anderen Zimmer.

So lebten wir in trauter „Dreisamkeit", als Ende 2002 plötzlich ein Stören-fried namens Ludwig auftauchte, der ab und zu zum Essen kam, auf der blauen Couch saß und irgendwann auch über Nacht blieb. Nach etwa fünf Monaten begann Moritz verrückt zu spielen und erhob „Anspruch" auf mich – plötzlich wollte er überall dort sein, wo ich war. Vielleicht ahnte er damals schon, dass Ludwig eine ernstzunehmende Konkurrenz war. Er ließ mich nicht mehr aus den Augen, gebärdete sich wie ein verliebter Gockel, rannte auf seinem Ast hin und her, wenn ich vor der Villa stand und balzte mich an. Wir ließen ihn gewähren und saßen fortan zu dritt auf der Couch.

Seltsamerweise zeigte er sich Ludwig gegenüber keinesfalls bösartig. Viel-mehr war er eifersüchtig auf Maxi und vertrieb sie mit weit aufgerissenem Schnabel, nur weil sie auch bei uns sitzen wollte. Na ja, eigentlich wollte sie ja nur da sitzen, wo Moritz saß. Da muss er wohl was missverstanden haben *seufz*.

Aus den einzelnen Übergriffen wurden regelrechte Attacken und es gab erbitterte Kämpfe zwischen den beiden... in dieser Zeit litt ich Höllenqualen. Was war nur aus meinen beiden verliebten Vogis geworden?

Die Kämpfe hielten ein paar Tage an... dann war der Spuk vorüber. Irgend-wann wiederholte sich das Ganze... die Regelmäßigkeit machte mich stutzig und ich begann, Tagebuch zu führen. Jetzt wunderte mich gar nichts mehr! Moritz war mondsüchtig!

Es war wirklich kurios, aber die Angriffe und Attacken auf Maxi ereigneten sich ausschließlich zur Vollmondzeit. Für einige Tage im Monat herrschte Chaos pur... und es war überhaupt nicht lustig, die beiden Vögel traurig und mit hängenden Köpfen - weit von einander entfernt - sitzen zu sehen, bis irgendwann einer nachgab, wieder den Anfang machte und den anderen zu kraulen begann.

Es war nicht immer Moritz, der mit den Streitigkeiten anfing, auch Maxi wur-de grantig, wenn er mir schöne Augen machte. Das ging eines Tages sogar so weit, dass sie ihn nicht mehr in den Käfig ließ, als er zuvor mal wieder bei mir auf dem Sofa hockte. Sie rächte sich, in dem sie nach ihm hackte und spitze Schreie ausstieß... Moritz war völlig perplex... Erst als es dunkel war, durfte er wieder in den Käfig zurück.

Sollten diese Kathis etwa Gefühle wie Eifersucht verspüren? Ich für meinen Teil bin mir da ziemlich sicher! Aber bis heute kann ich es mir nicht erklären, warum ich gerade um den Vollmond herum für Moritz so "attraktiv" wurde. Wer es nie gesehen hat, glaubt nicht, wie dieser kleine Kathi-Hahn mich anhimmelte.

Aber... Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Und wenn nicht gerade Voll-mond war, waren es die zwei zärtlichsten Vögel, die man sich nur vorstellen konnte. Maxi war eine begeisterte Kraulerin und Moritz hielt nur zu gerne still...

Du Maxi, sei bitte vorsichtig mit meinen gelben Lidschatten!


Die Mondsüchtigkeit von Moritz und seine damit verbundene plötzliche An-hänglichkeit hatte auch eine liebenswerte Seite. Die beiden wurden  immer kecker und suchten ständig Kontakt zu uns.

Das heißt: Moritz suchte Kontakt und Maxi folgte ihm!

Sie waren überall und untersuchten zu gerne unsere Einrichtung. Besonders am "technischen Kram" hatten sie großes Interesse...

Hey Moritz... musst nur ein Auge zukneifen...


So unterhaltsam die Kapriolen der beiden auch waren, irgendwann konzen-trierten sie sich zu sehr auf uns. Bei den Mahlzeiten flogen sie zu uns an den Tisch und wollten von allem kosten, was auf unseren Tellern lag. Und da für kleine grüne Kathis "Tischmanieren" ein Fremdwort ist, watschelte schon mal einer gemütlich über's Honigbrot und hinterließ seine klebrigen Spuren.

Ich war begeistert! Hurra! Meine Kathis verhielten sich fast so wie kleine Papageien... neugierig und verspielt. Doch Ludwig brachte mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und erinnerte mich an meine Einstellung. Eigentlich war das doch gar nicht das, was ich ursprünglich wollte... also
auf keinen Fall ein Tier "vermenschlichen".

Er hatte Recht. Es musste etwas geschehen!

Ein „Re-Animalisierungsprogramm" sollte die Kathis dazu bringen, sich wieder ganz auf sich zu besinnen.

Wir entschieden uns, den Mondsüchtigen einen artgerechten Schlafplatz zu beschaffen und kauften einen Nistkasten. Und siehe da, er wurde von Maxi und Moritz sehr schnell angenommen:

Hey, Moritz! Mooooooritz! Wo bleibst du denn?


Lass gut sein, Maxi, ich komm ja schon!


Da der Nistkasten viel zu groß für den alten Käfig war - oder besser, der Käfig viel zu klein war, um noch einen Nistkasten aufzustellen, suchten wir nach einer geeigneten Voliere... wir wollten es den beiden unternehmungs-lustigen Kathis so richtig schön gemütlich machen!

Im Kathi-Forum hatte ich so viele Anregungen bekommen, wir mussten sie nur noch in die Tat umsetzen.

Im März 2004 erstanden wir die „Villa metallica", einen riesigen Käfig ohne viel Schnickschnack und richteten ihn "kathigerecht" ein.

Der Vogelsand flog raus und wurde durch Nagerstreu "Waldboden" ersetzt. Nach einer Weile begann Maxi auf dem Boden der Villa herumzuwuseln und drückte sich in den Ecken herum. Das tat sie sonst nie... überhaupt gingen die Kathis nur selten auf den Boden... Seltsam...

Das Liebesleben der zwei wurde noch heftiger und sie turtelten "schamlos", wann und wo immer sie konnten... die neue Villa inspirierte sie wohl...

"Piep"-Show...


War da vielleicht etwas im Busch? Hatte Maxi, als sie im Streu herum-wuselte, einen Platz für die Eiablage gesucht? Aber konnte Maxi überhaupt noch Eier legen? Schließlich war sie mit ihren knapp sechs Jahren doch schon ein "altes Mädchen". Und in all den Jahren zuvor war noch nie etwas "passiert".

Bald hörten wir aus dem Kasten nur noch Liebesgesäusel und die Vollmond-attacken ließen nach, bis sie schließlich ganz aufhörten. Wir waren erleich-tert. Die neue Villa war ein Segen für die zwei.

Aber: Durch die Vergrößerung ihres "Wohnraumes" wurden die beiden Kathis noch selbstbewusster und verloren immer mehr die Scheu vor uns. Auch Maxi, die sich sonst eher zurückhaltend verhielt, zeigte immer mehr Inte-resse an uns. Die ganze Wohnung wurde zum Territorium der beiden Kathis.

Das "Re-Animalisierungs-Programm" drohte zu scheitern ;-)

Doch nein, ich möchte es lieber so bezeichnen: Es schien, als hätten sie uns in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Wir waren zum gemischten "Schwarm" geworden. Für eine kleine Weile verlebten wir eine wunderbare, harmonische Zeit mit den beiden Ex-Mondsüchtigen.

Dann die Katastrophe:

Ein halbes Jahr später starb Maxi am 14.10.2004 an Legenot. Wir hätten nie gedacht, dass es dazu kommen könnte bzw. dass Maxi überhaupt noch Eier produzieren würde. Doch die Natur ließ sich nicht aufhalten...

Tragischerweise ereignen sich Notfälle wie dieser meist nachts, am Wochen-ende oder Feiertagen. Was mich aber am meisten schockierte: Kein Tierarzt hielt sich für "kompetent" genug, dem kleinen Vogel zu helfen.

Siggi vom Kathiforum war für mich da und gab mir die nötigen Ratschläge, um Maxi zu helfen. Die ganze Nacht über saß ich mit ihr und rieb ihre Kloake mit warmem Öl ein, damit das Ei herausgleiten konnte. Leider ohne Erfolg. Erst am anderen Morgen fand ich im Umkreis eine junge Tierärztin, die das Ei innerhalb weniger Minuten holte. Zu meiner Bestürzung verstarb Maxi trotz aller Bemühungen zwei Stunden später an Erschöpfung.

Ich war in einem Schockzustand.

Nichts würde mehr sein, wie es einmal war.